Zu einem gelungenen Essen sollte man nicht vergessen: Das Auge isst mit! Greife ich also zu dem verzierten Silberbesteck aus Großmutters Besteckkasten, oder wähle ich für das Geschäftsessen doch lieber das schlichte Edelstahl-Besteckset?
Wie ich mich auch entscheide, mein Besteck sollte in jedem Fall geschmacksneutral sein, möglichst frei von Kratzern, Rostflecken und hässlichen Verfärbungen. Desweiteren sollte es natürlich den Spülgang nach dem erfolgreichen Dinner unversehrt überstehen.
Wann welches Besteck?
Wie unterscheide ich aber nun die Salatgabel von der Tafelgabel? Brauche ich ein separates Steakmesser oder reicht ein Menümesser? Reiche ich einen Extra-Löffel zu dem Spaghetti Gericht? Oder beschränke ich mich sogar einfach auf Essstäbchen zu meinem chinesischen Reisgericht?
Bei einer Neuanschaffung gilt zu beachten: Spezialbesteck ist in den meisten Bestecksets nicht enthalten und muss je nach Bedarf extra angeschafft werden.
Gabeln
Sollte man als Vorspeise Salat servieren benötigt man eine Salatgabel. Diese ist relativ klein und hat vier Zacken. Ebenso die Fischgabel, die man an den kürzeren Zinken und der dementsprechend größeren Fläche erkennt.
Der Hauptgang wird mit Tafel- oder Menügabeln gegessen, welche ebenfalls vierzinkig sind. Die Menügabel ist weniger groß.
Das Dessert wird mit einer dreizinkigen Kuchengabel oder einer vierzinkigen Dessertgabel eingenommen. Auch diese ist nicht so groß, wie die Tafel- und Menügabeln. Weitere Spezialgabeln werden für Schnecken (zweizinkig) , für Austern (mit drei sehr kurzen Zinken) und für Pellkartoffeln (mit drei langen, gespreizten Zacken) angeboten.
Messer
Das oft gefürchtete Fischmesser, das häufig zur Vorspeise gedeckt wird, ist an seiner scharfen Spitze und der zahnlosen Fläche eigentlich leicht zu erkennen. Das Buttermesser hat eine breite Streichfläche, ist ebenfalls zahnlos und stumpf, wenn nicht sogar rund.
Zum Hauptgang werden Tafel- oder Menümesser angeboten, die an der Spitze leicht abgerundet sind und eine Zahnung an der Klinge besitzen. Zu Steak wird ein spitzes, scharfes Spezialmesser gereicht.
Zum Dessert wird ein Dessertmesser gedeckt, welches klein und vorne abgerundet ist. Zu einer Käseplatte darf ein Käsemesser nicht fehlen. Es ist ebenfalls kürzer, aber scharfkantig und hat an der Spitze häufig zwei Zacken zum Aufspießen der abgeschnittenen Stückchen. Es kann auch mit Löchern in der Schneidefläche versehen sein, damit weiche Käsesorten nicht haften bleiben. Das Kaviarmesser ist stumpf und breit. Spitz, scharf und etwas kleiner präsentiert sich zu guter Letzt das Obstmesser.
Löffel
Bescheiden erscheint hingegen das Löffelset: Der Suppenlöffel hat eine große, ovale Kelle. Bouillon wird mit einem etwas kürzeren Modell von runder Form genossen.
Die Dessertlöffel sind langstielig für Eis oder klein für Kompott. Ein Speziallöffel ist der Kiwilöffel, welcher an der Seite eine Spitze Zacke zum Einschneiden der Schale besitzt.
Spezialbesteck
Zu Hummer werden spezielle Hummerzangen und -gabeln gereicht.
Neben diesem europäischen Standard werden zu asiatischen Gerichten auch Porzellanlöffel angeboten, oder eben Essstäbchen.
Besteck Materialien
Das mit Sicherheit hochwertigste und edelste Material für ein Besteckset ist traditionellerweise Silber, welches mittlerweile meistens nur noch zur Veredelung des Bestecks genutzt wird. Den Silbergehalt kann man der Stempelung der Besteckteile entnehmen. In der Regel werden 90g Silber auf 12 Gabeln und 12 Löffel eines Bestecksets verwendet, gängig sind aber auch 40, 60, 100 und 120.
Echtsilberbesteck ist mit der Stempelung 800 oder 925 gekennzeichnet, was den Silberanteil in Gramm auf 1000g angibt. Silberbesteck ist zwar säureresistent, bedarf aber einer speziellen Pflege, da es sehr empflindlich auf schwefelhaltige Lebensmittel reagiert.
Silbernes Fischbesteck ist aus diesem Grund nicht selten vergoldet, für Kaviarlöffel kommen gelegentlich Materialien wie Perlmutt oder Horn zum Einsatz.
Das gängigste Material für ein Besteckset ist Edelstahl, das allerdings nur bedingt säureresistent ist. Daher sollte man unbedingt auf eine entsprechende Legierung achten. Es sollte einen Chromgehalt von mindestens 13% haben, welcher sich als schützende Chromoxidschicht auf die Oberfläche legt.
Säureresistent und rostfrei ist das Besteck mit einem Gehalt von 18% Chrom und 10% Nickel, woraus die Angabe 18/10 resultiert. Statt Nickel oder zusätzlich können auch Molybdän, Mangan oder Niob werden, um eine bessere Korrisionsbeständigkeit zu schaffen.
Besteckaufbewahrung & Pflege
Um das Besteckset möglichst lange vor Fleckenbildung, Rostablagerung und Lochfraß zu bewahren, bedarf es neben dem geeigneten Material einer entsprechenden Pflege.
Auch die Besteckaufbewahrung sollte nicht vernachlässigt werden. – Der preisliche Vorteil von einem günstigen Besteckkasten kann schnell zum Nachteil werden, wenn man die Haltbarkeit und Reinigung des Besteckeinsatz beachtet. Bei einem Besteckeinsatz aus Holz sollte darauf geachtet werden, dass es möglichst massiv ist und somit lange hält. Außerdem muss auf die Größe geachtet werden, da der Besteckkasten schließlich später auch in die Schublade passen muss.
Dasselbe gilt für den Besteckhalter. Der Besteckhalter sollte natürlich kompatibel mit dem Besteckeinsatz sein.
Generell sollten die Besteckteile möglichst schnell nach Gebrauch gereinigt werden, damit Salz, Säure und Bakterien sich nicht festsetzen können. Das Besteck sollte allgemein nie länger als nötig säurehaltigen Lebensmitteln ausgesetzt sein.
In der Spülmaschine sollte auf die Dosierung des Spülmittels geachtet werden, da dieses häufig sehr aggressiv auf das Besteck wirkt.
Vor allem Silberbesteck braucht besondere Pflege. Hier sollte man das Augenmerk vor allem auf einen geeigneten Besteckkasten legen. Um es vor Oxydation zu schützen, greift man besser zu einem speziellen Besteckeinsatz mit imprägnierten stoffüberzogenen Besteckhaltern. Zur Reinigung kann man Silberputztücher verwenden.
Besteck Hersteller
Beliebte Hersteller von Bestecksets, bekannt für hochwertige Ware zu einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis:
- Auerhahn
- BSF
- Paul Wirth
- Solingen
- Villeroy & Boch
- WMF
Habe ich schließlich „mein“ Besteckset gefunden, kann aufgetischt werden.
Die Besteckteile, die man mit rechts hält, liegen rechts vom Teller, welche mit links gehalten werden, werden links abgelegt. Man arbeitet sich von außen an den Teller heran, dass heisst: Zuerst benötigtes Besteck liegt außen. Achtung! – Kleine Besteckteile, wie Dessert- und Käsebesteck werden oberhalb des Tellers angeordnet.
